Druidenherz

Buch: Druidenherz
"Sie hatte alles ganz genau vor sich gesehen. Die Menschen, die Opfergaben, die Steine und das vom Mondlicht und den Feuern beschienene Gras. Selbst ein Teil dieser Gemeinschaft, hatte Imogen im Traum ganz genau gewusst, war ihre Aufgaben waren und diese ohne zu zögern erledigt. Barfuß war sie über das Gras gelaufen, hatte seine Kühle unter ihren Fußsohlen gespürt. Ihre Hände hatten eine steinerne Schale mit Feldfrüchten gehalten, nur eine kleine Gabe an die Götter."
Taschenbuch, 400 Seiten; erschienen Dezember 2012 im Piper Verlag ; 9,99 Euro

Worum es geht

Die junge Imogen ist auf einer Wanderung in den schottischen Highlands unterwegs, als sie plötzlich in eine andere Welt tritt. Sie gerät in Gefahr und wird verletzt. Der Druide Dian findet sie und beginnt sie gesund zu pflegen. Es dauert eine Weile, bevor sie erkennt, dass sie sich in einer anderen Welt - Annwn befindet. Als sie Dian kennenlernt, verliebt sie sich Hals über Kopf in den attraktiven Druiden und auch er entwickelt leidenschaftliche Gefühle für Imogen.
Doch gehört Imogen nach Annwn oder ist es ihr doch bestimmt, nach Schottland zurückzukehren? Und kann sie Dian im gefährlichen Kampf gegen die Dämonen überhaupt beistehen?

Der Fantasybote meint

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Etwas verwirrend ist die Ankündigung für das Buch auf vielen Seiten im Netz, dort wird die Hauptperson Amber Jones genannt - in der vorliegenden Druckausgabe hat sich der Name dann in Imogen Carmichael geändert. Ob Imogen nun besser passt, mag dahingestellt sein - jedoch sollte man meinen, dass solche Abweichungen relativ zeitnah auffallen und korrigiert werden!
Aber nun zum eigentlichen Inhalt: Einige Elemente der Geschichte, die schottischen Highlands und das Betreten einer anderen Welt sind erstmal nicht neu, insgesamt geht die Story dann aber doch eigene, magisch-mystisch angehauchte Wege.
Denn Annwn ist eine Welt in der allerlei merkwürdige und magische Wesen leben und Imogen hat einige Schwierigkeiten, sich dort zurechtzufinden.
Für meinen Geschmack kam die Story etwas langsam in Schwung, die ersten ca. 100 Seiten beschreiben im wesentlichen Imogens Weg nach Annwn, ihren Unfall und Dians Anstrengungen, sie zu heilen sowie seine Gefühle für Imogen. Das fand ich beim Lesen etwas lang geraten und war froh, als die Story im zweiten Teil des Buches etwas mehr an Fahrt aufnahm.
Dian ist sehr attraktiv beschrieben, aber insgesamt vielleicht ein wenig zu heldenhaft. Es wird beispielsweise häufig betont, wie mächtig er ist und wie gut er Imogen in Annwn beschützen kann. Dennoch gerät sie dann in seiner Abwesenheit mehrmals in Gefahr.
Einige der Nebenfiguren sind sehr gut gelungen, als Beispiele seien hier Bethany und Carney genannt, aber auch die Jägerinnen.

Es hat mich beim Lesen nicht so angesprochen, dass die Geschichte von Anfang an sowohl aus Dians Perspektive als auch aus Imogens geschildert wird. Denn auf diese Weise wird einige Spannung herausgenommen. Als Leser teilt man Imogens Unsicherheit gegenüber Dian dann auch nicht wirklich, weil man seine Gedanken und Gefühle ihr gegenüber kennt. Auch ihre Schwierigkeiten sich in Annwn zurechtzufinden wirken dadurch mitunter etwas gestellt.
Die Welt Annwn wirkt sehr bunt und mystisch, die Bedrohung durch die Formore allgegenwärtig. Gut lesbar fand ich die (teilweise seitentlangen) Sexszenen. In den meisten Büchern lese ich diese Szenen nur quer und das war bei Druidenherz erfrischend anders! Sie wirkten nicht abgedroschen und es kam eine erotisches Knistern rüber. Schade, dass davon ansonsten zwischen Imogen und Dian nicht so viel rüberkam. Die Bestimmung der beiden füreinander ist fast von Beginn an klar und es gibt keine besonders großen Hindernisse zu überwinden.

Fazit:

Druidenherz ist eine Empfehlung für romantische Leser mit einem Faible für Schottland und die keltische Mythologie.