Fantasy = Fluchtliteratur?

Als ich die Seite Über Uns geschrieben habe, fiel mir hinterher auf das ein guter Teil eher "über mich" war. Das gehört da nicht hin - also mache ich einen Blogeintrag daraus.

Wie bin ich zur Fantasy gekommen? Eines Tages vor mehr als 20 Jahren fiel mir im Buchgeschäft ein für damalige Verhältnisse sehr voluminöses Werk ins Auge. Die drei Bände im grünen Schuber mit mystisch anmutenden schwarzen Zeichnungen faszinierte mich und es gelang mir schließlich, meinen Eltern das nötige Geld aus aus dem Kreuz zu leiern. Ich fand mich in einer geheimnissvolle und aufregende Welt namens Mittelerde wieder und danach war meine eigene Welt für immer verändert.Seitdem ist Fantasy eine Leidenschaft für mich geblieben.

Das Genre wird oft mit Trivialität und Alltagsflucht gleich gesetzt. Ich empfinde das als ungerechtfertigten Vorwurf, dem ich mit den Worten von R.Monaco begegnen möchte:

"Einige von uns verwechseln Fantasy mit Realitätsflucht. Flucht? Doch wohin? Am Ende in unseren eigenen Geist und unsere Bilder. Und sie werden sich mit den Tatsachen und Ängsten, Schmerzen, Frustrationen und Hoffnungen auseinander setzen müssen ... und der Suche, die zu innerer Freiheit führt und einer Intensität, die mehr Freude und wahre Leidenschaft birgt, als Sie jemals in irgendeiner Literatur der Tagträume finden werden."

Fantasy-Literatur erfüllt - wenn sie gelingt - die in unserer nüchternen und ausgeglühten Zeit immer stärker werdende Sehnsucht nach dem Mythos. Und "...Märchen und Mythos sind der Zauberspiegel, aus dem jeden, wenn er hineinblickt, sein eigenes Gesicht als Rätsel und Antwort anblickt." (H.Zimmer)

Oder, um noch einmal den Großmeister Tolkien zu Wort kommen zu lassen:

"... unvermeidlich werden die Mythen, die wir ersinnen, obwohl sie den Irrtum enthalten, zugleich auch einen Funken des wahren Lichtes spiegeln, der ewigen Wahrheit."

-- J.R.R Tolkien

In diesem Sinne wünsche ich mir vielfältige und bessere phantastische Welten.