Das erste Horn
Das Geheimnis von Askir
,
Band 1
Taschenbuch,
397 Seiten;
erschienen August 2006 im
Piper Verlag
; 8,95 Euro
Worum es gehtDer schlimmste Schneesturm seit Menschengedenken setzt eine Gruppe von Reisenden in der abgelegenen Herberge "Zum Hammerkopf" fest. Merkwürdige Dinge geschehen und niemand ist das, was er zu sein scheint. Der alternde Schwertkämpfer Havald wartet anscheinend auf seinen baldigen Tod während die schöne Halbelfen-Magierin Leandra ihn ihm einen lange verschollenem Kriegsheld zu erkennen glaubt. Während sich die Schneemassen immer höher um das uralte Gebäude türmen, verstärken sich die Spannungen zwischen den Eingeschneiten. Als dann die übel zugerichtete Leiche eines Stallknecht gefunden wird, der offenbar von einem Werwolf zerfleischt wurde beginnt die Situation zu eskalieren. Havald und Leandra versuchen das Monster unschädlich zu machen und die Töchter des Wirts vor der üblen Bande Briganten zu retten, die im Hammerkopf Unterschlupf gefunden haben. Dabei kommen sie sich nicht nur persönlich näher, sondern stoßen auch auf ein viel weiter reichendes Geheimnis, dessen Wurzeln sich bis in das geheimnisvolle Reich von Askir erstrecken. Der Fantasybote meintHier geht es einmal nicht um einen jungen Helden, der sich auf die Reise macht um die Welt zu retten. Die Geschichte spielt im wesentlichen an (bzw. unter) einem Ort, was eine erfreuliche Abwechslung darstellt. Geschildert wird die Geschichte durchgehend aus der Perspektive von Ser Havald. Den lakonischen und häufig selbstironischen Ton der Erzählstimme hat der Autor sehr gut getroffen. Havald ist ein sympathischer Held, der trotz seines zynischem Autretens für seine Überzeugungen einsteht. Leider ist Havald etwas zu sehr der Herr des Geschehens. Stets behält er den Überblick und gerät nie wirklich in Gefahr (bis auf eine recht bemüht wirkende Zufallssituation, wo ihm sogleich magisch aus der Patsche geholfen wird). Ich hatte nie das Gefühl, das Havald oder Leandra wirklich in Gefahr waren und so fiel es mir schwer wirklich mit ihm mit zu fiebern. Eine wahre Freude sind die Nebencharaktere wie Zokora, Janos oder Sieglinde. Sie sind lebendig gezeichnet und verleihen der Geschichte ihren ganz eigenen Charme. Man merkt dem Buch den Rollenspielhintergrund des Autors an - das komplette Setting stammt aus dem Entwurf zu einer Rollenspielkampagne. Anfangs hatte ich deswegen schwere Bedenken. Würde ich mich jetzt durch knapp 400 Seiten voll Klischees und vorhersehbarer Entwicklungen hindurchqäulen müssen? Zum Glück war das nicht der Fall. Der Autor gewinnt seinen Figuren und dem Plot ungewöhliche Seiten und überraschende Wendungen ab, so das das "Rollenspielgefühl" mehr und mehr verfliegt. Auch das Ende des Buches war so nicht von vornherein vorauszusehen. Einige Dinge hätte der Autor besser gezeigt, anstatt sie ausführlich zu erklären, etwa wie das Magiesystem funktioniert. So entstehen vermeidbare Längen. Davon abgesehen hat Richard Schwartz mit "Das erste Horn" ein bemerkenswertes Debüt vorgelegt, das neugierig auf die folgenden Bände macht. Fazit:Ein gut durchdachter und gut geschriebener Fantasy-Krimi. |
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