Der Verrat der Feuergilde"Der Verrat der Feuer-Gilde" ist der erste Band des Zyklus "Kampf um Daresh" und die erste Veröffentlichung von Katja Brandis im Fantasy-Genre. Ursprünglich 2002 bei Ueberreuther im Hardcover aufgelegt sind 2005 von Piper und Carlsen Taschenbuchausgaben erschienen. Worum es gehtVor zwei Jahren hat die neue Regentin den Thron bestiegen. Seitdem geht es mit dem Land Daresh bergab. Gewalt und Entführungen nehmen zu, ganze Dörfer werden niedergebrannt. Die halb-intelligenten Tiermenschen werden von der Regentin als Sklaven gehalten und von ihren Soldaten als Freiwild behandelt. Mit Sturmesschritten eilen die vier Provinzen, die von jeweils einer Gilde beherrscht werden, einen Bürgerkrieg entgegen. Die 15jährige Rena aus der Erd-Gilde begleitet ihren Onkel zur Residenz der Regentin, um ein Handelsabkommen zu erneuern. Unter mysteriösen Umständen berührt Rena einen geheimnisvollen, verbotenen Stein und muss fliehen. Währenddessen sucht Eulenartig aus der Feuer-Gilde einen Verräter. Jemand verkauft die Geheimnisse seiner Gilde an die Regentin, die sie dazu benutzt die Feuer-Leute unter ihrer Knute zu halten. Begleitet wird Eulenartig von der schönen Schmiedemeisterin und Kriegerin Alix. Als er ermordet wird ermittelt Alix auf eigene Faust weiter. Für eine Falle braucht sie einen Lockvogel; da kommt ihr die etwas naive Rena, die so gerne in die Feuergilde eintreten würde, gerade recht. Ohne sie in ihre Pläne einzuweihen nimmt Alix Rena in ihre Dienste. Die beiden Frauen freunden sich mit der Zeit an und machen sich auf für den Frieden in Daresh zu kämpfen.
Hier gibt es eine Leseprobe auf der Homepage von Katja Brandis:
Leseprobe
Der Fantasybote meintDie märchenhafte Welt ist mit viel Phantasie und Liebe zum Detail ausgearbeitet. Weiße Wälder voll murmelnder Bäume grenzen an weiten Ebenen aus übermannshohem blauem Gras. Ein ganzes Bestiarium von "Tiermenschen" - unter anderem trifft man Iltis-, Kröten- und Hirschmenschen - teilt sich Daresh mit den "Vollmenschen" Als Reittier dient eine bizarren Mischung aus Maulwurf und Reptil, die "Dhatlas". Im Laufe der Geschichte besucht der Leser alle vier Provinzen sowie die Stammsitze der Gilden. Im Zentrum der Geschichte stehen Alix und Rena. Später stößt Rowan aus der Luftgilde dazu und bringt das mittlerweile eingespielte Team noch einmal gehörig durcheinander. Die Schilderung der Haupfiguren ist gut gelungen. Wie sich zwischen den drei Hauptcharakteren trotz aller Unterschiede eine tiefe Freundschaft entwickelt ist anrührend geschildert und spannend zu lesen. An manchen anderen Stellen fehlt es aber noch an Tiefe und Details; Vieles verbleibt in Andeutungen. Es wäre schön, wenn der Leser in den Folgebänden mehr über seine Helden erfahren könnte. Häufig spürt Rena einfach was die "richtige Entscheidung" ist. Manchmal scheint der Grund dafür nicht in der Logik der Geschichte zu liegen, sondern daran, das die Autorin ihre Heldin in eine bestimmte Richtung lenken möchte. Ärgerlich. Beachtenswert ist hingegen, das die Helden mehr gegen die Vorurteilen zwischen den Gilden zu kämpfen haben als gegen die bösen schwarzen Männern im Hintergrund. Das Buch steigt gehörig Action ein und wird stets von der Handlung voran getragen. Es es unterhaltsam geschrieben und man kann es gut an einem Stück weglesen. Der Plot ist recht geradlinig, wird aber mit einigen schönen Überraschungen angereichert. Auch die Auflösung ist befriedigend geschildert und durchaus passend. Leichte Schwächen treten im übergreifenden Handlungsbogen auf, wo einiges nicht recht zu einer Einheit wird. Wenn etwa Rena am Ende ihrer Reise fragt "Wie lange waren wir unterwegs?". bemerkt der Leser verblüfft, das er darauf keine rechte Antwort geben kann. Zwei Wochen? Oder drei? Den ganzen Herbst, der es laut Alix gewesen ist lässt sich aus dem Lesen heraus nur schwer nachvollziehen. Die Stärke des Buches liegen neben dem originellen Weltentwurf in der facettenreichen Interaktion der Charaktere und in den manchmal urkomischen Dialogen mit den verschiedenen Tiermenschen. Das Coverbild der Piper-Ausgabe hat übrigens nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun. Eine Unsitte, die man sonst eher von Übersetzungen kennt. (Allein als Bild betrachtet, gefällt mir das Cover von Piper jedoch am Besten.) Fazit:Eine temporeiche Reise durch eine einzigartige Welt. |
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