Die eiserne WeltWorum es gehtDie junge Grazia ist Anschar zurück in seine Welt gefolgt. Zusammen werden sie vom Herrscher ausgesendet, das legendäre Land Temenon zu suchen, aus dem Anschars Mutter stammt. Dort wollen sie einen Weg finden, den alten Fluch aufzuheben, der droht, das Reich Argad zu zerstören. Auf ihrer Reise begegnen sie vielen Gefahren und müssen beunruhigende Entdeckungen machen. Währenddessen sinnt eine mächtige Feindin auf Rache gegen Anschar und seine Gefährtin. Als Grazia zurück in unsere Welt reist, beschließt Anschar, ihr zu folgen. Der stolze Krieger findet sich im Berlin des 19. Jahrhunderts wieder, einer für ihn fremden und gefährlichen Welt wieder, in der er um jeden Preis Grazia finden muss.
Eine Leseprobe findet sich auf der Homepage der Autorin:
Leseprobe
Der Fantasybote meintDer Titel des Buches zielt natürlich darauf ab, dass Anschar in Grazias Welt - das Preußen des 19. Jahrhunderts reist. Dazu kommt es jedoch erst nach etwa der Hälfte des Buches, zu Beginn haben Grazia und Anschar noch weitere farbenprächtige und spannende Abenteuer in Argard zu bestehen. Die Geschichte ist recht dicht erzählt und überrascht den Leser häufig mit unerwarteten Wendungen. Die beiden Hauptcharaktere sind sympatisch und vielschichtig gezeichnet. Sie begehen Fehler und müssen sich mit den Konsequenzen auseinandersetzen, verhalten sich manchmal auch naiv oder unbeherrscht. Aber sie entwickeln sich und müssen beide lernen, ihre Unterschiede und die zwischen ihren Welten zu akzeptieren. Auch die Nebencharaktere sind interessant und glaubhaft beschrieben, wenn auch die Gegenspielerin und ihre Motive an einigen Stellen etwas eindimensional bleiben. In jedem Falle sollte man zuerst den Vorgänger "Das gläserne Tor" lesen, weil einem ohne die Vorkenntnisse aus diesem Buch viele Details unklar bleiben. Auch wird die Welt von Argad und Anschars Leben als Erster der Zehn sowie die Unterschiede zur prüden Grazia, die unerwartet nach Argad verschlägt, darin sehr anschaulich und detailliert beschrieben. Ich meine, dass die "Eiserne Welt" ohne diese Informationen viel von ihrem Lesevergnügen verliert. Das Buch ist hübsch gestaltet und liegt gut in der Hand. Die Zielgruppe sind Erwachsene, besonders wohl Frauen mit einer romantischen Ader :) Das Buch ist spannend geschrieben, ich habe es schnell durchgelesen und hoffe auf einen weiteren Band in dem die Geschichte fortgesetzt wird. Gut gefallen hat mir die Fortführung und auch Entwicklung der Charaktere, natürlich habe ich auch Anschars Ausflug in die eiserne Welt mit großer Spannung gelesen. Indem der Leser mit durch seine Augen mit auf das Preußen blickt, bekommt er so einige ungewohnte Perspektiven auf die modernere Welt. Sehr gut gelungen ist die Gegenüberstellung der beiden Welten. Die Unterschiede von Menschen und Kulturen werden so vorgestellt, dass die eigenen Bewertungen zu Themen wie der preußischen Kultur, Menschlichkeit, der Sklaverei etc. in Frage gestellt werden und man für einige der mittelalterlich anmutenden Sitten in Argad durchaus Verständnis entwickelt. Ein wenig unrealistisch erschien mir an einigen Stellen die Reaktion von Grazias Vaters, der sich nach wie vor sehr verständnisvoll verhält. Positiv formuliert ist er ein sehr ungewöhnlicher Vater für das Preußen des 19.Jahrhunderts. Der Weltentwurf gefällt mir weiterhin ausnehmend gut, gerade dadurch, dass Argad recht überschaubar ist und dazu zu unserer Welt in Kontrast gestellt wird, erhält es einen ganz eigenen Charme. Da stört es auch nicht, dass einige Fragen, wie z.B. die Ursache für die Gabe von Grazia oder ihre besondere Verbindung zu Argad offen bleiben. Fazit:Spannende Fortsetzung der Geschichte um Grazia und Anschar in zwei Welten. |
Bewertung![]() Autor: Sabine Wassermann |