Die Rache der ZwergeMit "Die Rache der Zwerge" legt Michael Heitz den dritten Band seiner erfolgreichen "Zwergen"-Reihe vor. Wie sein Vorgänger "Der Krieg der Zwerge" hat auch dieses Buch den Deutschen Phantastik Preis als "Bester Roman National" gewonnen. Der Einstieg in den Roman gelingt auch ohne Kenntnis der Vorgeschichte. Das kartonierte Buch ist erfreulich preiswert geraten, vielleicht war deshalb in der Kalkulation kein Raum mehr für einen Grafiker. Jedenfalls ist die Landkarte des Geborgenen Landes recht lieblos geraten - Schade! Worum es gehtSeit fünf Umläufen herrscht Frieden im Geborgenen Land. Elfen, Menschen und Zwerge versuchen die Wunden des Krieges endgültig zu heilen. Tungdil Goldhand vom Stamm der Dritten wird zu Gandogar Silberbart gerufen, dem Großkönig aller Zwerge. Seltsames geht jenseits des Steinernen Torwegs vor und Tungdil soll eine Aufklärungsmission leiten. Mit Entsetzen sehen die Zwerge wie sich ihr großer Kriegsheld verändert hat. Ungepflegt, von Selbstvorwürfen zerfleischt und der Trunksucht ergeben ist er nur noch ein Schatten seiner selbst. Trotzdem nimmt er den Auftrag an und bricht mit seinem alten Gefährten Boindil in das Jenseitige Land auf. Währenddessen sucht der Schauspieler Rodario aus nicht ganz uneigennützigen Gründen nach seinem verschollenen Freund Furgas. Als der "Unglaubliche" der schönen Tassia zu Hilfe eilt erhält er den entscheidenden Hinweis. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg nach Mifurdania im versinkenden Weyurn. Die Zeit des Friedens im Geborgenen Land scheint zu Ende zu gehen. Unbekannte machen Jagd auf den Diamanten in dem alle magische Kraft des Geborgenen Landes gespeichert ist. Gerüchte über Unauslöschliche gehen um und bartlose Zwerge werden gesehen. Grauenhafte halb mechanische Mischwesen greifen Menschen und Zwerge an und auch die "Schweinchen" (Orks) tauchen wieder auf. Das Buch erzählt die Geschichte von der Jagd nach dem magischen Diamanten. Mehreren Seiten "Dramatis Personae" am Beginn des Buches machen deutlich, das den Leser eine Erzählung von epischer Breite erwartet. Bei der großen Zahl von Charakteren ist es manchmal nicht einfache den Überblick zu bewahren.
Eine von mehreren Leseproben aus der "Zwergen-Lounge":
Leseprobe
Der Fantasybote meint"Die Rache der Zwerge" ist unglaublich spannend. Markus Heitz versteht es den Leser am Rande des Stuhles (oder Herzanfalls) zu halten wo er mit zittrigen Fingern eine Seite nach der anderen umblättert. Die temporeiche Handlung, die vielen unerwarteten Wendungen und Geheimnisse halten die Aufmerksamkeit des Lesers gefangen. Jede der zahlreichen Fraktionen verfolgt ihre eigenen geheimen Ziele. Der Leser tappt mit den Helden zusammen lange Zeit im Dunkeln und erst ganz am Ende klärt sich auf, was wirklich vorgefallen ist. Die Reise von Tungdil und Boindil sowie die Suche von Rodario und Tassia stehen im Zentrum der Geschichte. Die Interaktion dieser Vier trägt viel zum Gelingen des Romans bei. Ihre Dialoge sind witzig und mitreißend geschrieben und es macht Spaß zuzusehen wer die Oberhand behält. Als Charakter steht Tungdil deutlich hervor, sein Ringen mit sich selbst ist anschaulich und glaubwürdig geschildert. Rodario hingegen schrammt manchmal haarscharf am Klischee vorbei. Doch ist er so menschlich und sympathisch dargestellt das man diese Überzeichnung gerne verzeiht. Das Geborgene Land ist gut ausgedacht. Erfahrene Fantasy-Leser fühlen sich unter Elben, Zwergen und Orks schnell zu Hause. Die Welt bietet einen reichen Hintergrund, auf dem sich die Geschichte und die Charaktere entfalten können, sie steht aber nicht im Mittelpunkt. Markus Heitz gelingt es dem Bekannten eine eigene Note zu verleihen und bringt eigene originelle Ideen wie die Verbindung von Magie und Mechanik ein. So glaubt man sich an keiner Stelle wie in einem Plagiat. Leider ist der Abschluss des Buchs zu offensichtlich auf eine Fortsetzung ausgelegt. Einige Handlungsstränge bleiben unabgeschlossen und viele neue Fährten werden ausgelegt. Das wäre noch zu verschmerzen würde der Leser nicht über das Schicksal eines zentralen Charakters völlig im Unklaren gelassen. Man könnte noch einige weitere Kleinigkeiten bemängeln. So zaubert der Autor an manchen wichtigen Stellen einen Deus ex machina aus dem Hut, etwa mit dem verwundeten Esdalân oder dem hilfreichen Sohn des Unauslöschlichen. Manche Nebencharaktere sind zu offensichtlich "Kanonenfutter", sie werden ebenso schnell eingeführt wie sie wieder wegsterben. Auch die "Sturzbäche" von Blut die sich regelmäßig vor dem Leser ergießen wirken übertrieben. Das verblaßt aber alles vor dem erstklassigen Lesevergnügen das "Die Rache der Zwerge" bietet. Fazit:Ein erstklassiges, spannendes Lesevergnügen mit liebenswerten und glaubwürdigen Charakteren. |
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