Im Bann des Fluchträgers
Die Woran-Saga
,
Band 1
Taschenbuch,
444 Seiten;
erschienen Juli 2003 im
Ueberreuter Verlag
; 19,95 Euro
"Im Bann des Fluchträgers" ist der Auftakt zur dreibändigen "Woran-Saga". Die einzelnen Bände sind inhaltlich abgeschlossen und können für sich allein gelesen werden. Mit diesem Buch - ihrer ersten längeren Publikation - hat Nina Blazon 2003 den Wolfgang Hohlbein Preis 2003 sowie 2004 den Deutschen Phantastik Preis in der Kategorie "Roman-Debüt National" gewonnen. Worum es gehtDer Leser begleitet den jungen "Waldmenschen" Ravin auf (s)einer Heldenreise. Sein Bruder Jolon hat einen mysteriösen Stein berührt und ist daraufhin in einen tiefen magischen Schlaf versunken an dem er zu sterben droht. Selbst die Magier der Königin, die Ravin um Hilfe ersucht, können den Fluch nicht brechen. Die heilkräfte Quelle der Magierin Skaardja könnte Jolon vielleicht noch retten, doch seit Menschengedenken hat niemand die Magerin gesehen und die meisten halten Skaardja nur für eine Legende. Trotzdem will Ravin die Hofnung nicht aufgeben und macht sich auf den Weg in das Land Skaris, um die Quelle zu finden. Von Skaris ist wenig außer den dunklen Warnungen des Hofmagiers Jarog bekannt. Begleitet wird Ravin dabei vom Darian, einem jungen und nicht sehr erfolgreichem Lehrling der Magie. Ravin hat außer seinem Lager im Wald noch nicht viel von der Welt gesehen und die meisten (eingeschlossen ihm selbst) halten Darian für einen Versager auf dem Gebiet der Magie. Nur Laios, sein Lehrmeister, glaubt an Darians Begabung - und an einen möglichen Erfolg der Reise. Kaum haben Ravin und Darian die Grenze nach Skaris überschritten, überschlagen sich die Ereignisse und die Reise nimmt für die beiden Freunde einen ganz und gar unvorhergesehen Verlauf. Alsbald gesellt sich eine Gruppe von Begleitern zu ihnen, mit deren Hilfe sie viele schwere Prüfungen zu bestehen haben, bevor sie zum Showdown in ihre Heimat zurück kehren können.
Eine Leseprobe aus der Mitte des Buches (Achtung Spoiler!) auf der Homepage der Autorin:
Leseprobe
Der Fantasybote meintDie Autorin entführt den bald nur allzu willigen Leser mit poetisch-klarer Sprache in ein märchenhaftes Land voll wunderschöner Landschaften und Ideen. Hallgespenster flüstern des Nachts um die Lagerfeuer, verliebte Feuernymphen bitten um einen Kuß und Herden perlmuttschimmernde Tjärgpferde streifen durch die Berge. (Wobei die Naj hier recht haben: "Tjärg" ist wirklich ein furchtbares Wort für solch anmutigen Geschöpfe.) Die Autorin versucht nicht alles und jeden bis ins Detail zu erklären, sondern läßt der Phantasie des Lesers genug Raum zum umherschweifen. Das funktioniert bei allem, was im Fokus der Geschichte steht sehr gut. Manche der phantastisch benannten Wesen und Dinge, die nur am Rande erwähnt werden (etwa die Ranjögs) bleiben dabei aber etwas farblos. Das Buch gönnt sich einen ruhigen Anfang. Der Leser wird nicht von der ersten Seite an mit Action überflutet, sondern behutsam in die Geschichte eingeführt. Einem ungeduldigem Leser fällt es vielleicht schwer dabei zu bleiben bis unsere Helden Skaris erreicht haben. Aber es lohnt sich durchzuhalten denn danach ist der Handlungsbogen straff gespannt und birgt erfreulich viele Überraschungen. Die Auflösung - über die ich hier nichts verraten möchte - ist schlüssig entwickelt. Und: damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Gut gelungen ist der Autorin der Aufbau des grundlegenden Konflikt zwischen Tjärg und Skaris, der aus Unwissenheit und Vorurteilen entstanden ist. Die Hauptfiguren werden glaubwürdig geschildert und gerade jüngere Leser werden keine Schwierigkeiten haben mit ihnen mit zu fiebern. Vor allem Ravin macht eine große Entwicklung durch, gewinnt zunehmend an Selbstbewusstsein obwohl ihm auch einiges nicht auf Anhieb gelingen mag. Auch die meisten Nebencharaktere sind als eigene Person glaubwürdig dargestellt. Manche, wie die bärbeißige Kriegerin Mel Amie oder die schöne und stolze Kapitänin Sumal Baji besitzen dabei einen ganz speziellen Charme. Die Widersacher hingegen sind der Autorin hingegen nicht so gut gelungen. Mir ist nicht deutlich geworden warum sie all diese Untaten begehen - außer natürlich weil sie furchtbar böse sind. Die Szenen, in denen Ravin und seine Freunde den "Bösewichten" direkt gegenüberstehen gehören für mich daher auch zu den schwächeren des Buches. "Im Bann des Fluchträgers" wendet sich eher an ein jugendliches Publikum, ohne ein ausgesprochenes Jugendbuch zu sein. Ich habe die Geschichte von Ravin und seinen Freunden jedenfalls mit großem Vergnügen gelesen. Das Buch ist ein Lichtblick in der neueren deutschen Fantasy und kann durchaus im internationalen Vergleich bestehen. Seine Preise hat der "Fluchträger" völlig zu recht gewonnen - ich freue mich schon auf die folgenden Bände! Fazit:Spannende Abenteuer in einer märchenhaft-poetischen Welt mit liebenswerten und glaubwürdigen Charakteren. |
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