Die Legenden der Albae - Dunkle Pfade

Buch: Die Legenden der Albae - Dunkle Pfade
"Kleine und große Lichter schimmerten in der Dunkelheit, erzeugt von unzähligen Kerzen, Fackeln und Flämmchen in den Fenster und Plätzen. Feurige, wallende Wolken wälzten sich hier und da in die schwarzen Himmel, erzeugt von brennbarem Pulver, das von Schleudern zusammen mit glimmenden Dochten in die Höhe katapultiert und entzündet wurde."
broschiert, 672 Seiten; erschienen 2012 im Piper Verlag ; 16,99 Euro

"Dunkle Pfade" ist das dritte Buch aus Markus Heitz "Albae"-Reihe, das zeitlich zwischen dem dritten und vierten Band der "Zwerge"-Reihe angesiedelt ist.

Tungdil Goldhand kommt zu einer Nebenrolle im Buch, was jene, die sich lieber eine neuen "Zwerge"-Geschichte wünschen, für eine Weile ruhig stellen sollte :)

Das Buch ist von solider Qualität, mit zwei hübschen, ausklappbaren Karten im Einband und einem zweiseitigem Dramatis Personae. (Ein kleiner Kritikpunkt: so etwas gehört eigentlich ans Ende des Buches und nicht nach vorne. Sonst schreckt es die Zaghaften!)

Worum es geht

In der Trichterstadt Dsôn Somràn harrt eine Gruppe von Albae aus, die darauf warten, dass die Unauslöschlichen sie ins Geborgene Land zurück holen. Ihr Exil ist karg und nur die 300 Schritt hohen Wände des Kraters, der ihre Stadt verbirgt, schützt sie vor den Horden aus Phondrasôn.

Die Drillinge Sisaroth, Tirîgon und Firûsha werden Opfer einer Intrige und an eben diesen schrecklichen Ort verbannt, um dort zu sterben.
Phondrasôn ist ein Höhlensystem ungeahnten Ausmaßes, erfüllt von wilder Magie und finsteren Wesen.
Die Geschwister, voneinander getrennt, müssen mit ihren Gaben überleben und wieder zusammenfinden. Firûshas Gesang ist ein Wunder, Tirîgon ist ein Priester, der die Magie für sich entdeckt und Sisaroth ein grimmiger Krieger.

Ihre Reise führt die drei durch viele Gefahren und zu weitaus Größerem, als sie sich jemals vorgestellt haben.

Auf Markus Heitz Homepage gibt es eine Leseprobe

Der Fantasybote meint

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"Dunkle Pfade" ist mit einem Wort: routiniert. Markus Heitz versteht sein Handwerk. Das Buch ist kurzweilig, spannend und hält den Leser bei der Stange. Die Höhlen von Phondrasôn sind ein schier unerschöpflicher Quell überraschender Orte und Wesen. Zu Beginn der Geschichte leidet und fiebert man mit den drei zu unrecht in schreckliche Gefahren geworfenen Geschwistern mit.

Bis hierhin ist alles gut.

Nachdem die Helden sich wiedergefunden und ihre Fähigkeiten entwickelt haben, funktioniert die Geschichte für mich nicht mehr richtig. Jetzt kommen die Geschwister kaum noch in echte Gefahr und verhalten sich zunehmend arrogant und egozentrisch. Von ihrer rassischen Überlegenheit als Albae überzeugt, metzeln und morden sich Sisaroth, Tirîgon und Firûsha frei von Mitgefühl durch die Unterwelt, Folter und Dämonenopfer gibt es als Dreingaben.
Dabei ist es auch unerheblich, ob ihre Opfer ihnen überhaupt etwas entgegenzusetzen haben. (Hinweis: meistens nicht.)

Das mag im Kontext von Markus Heitz Welt stimmig sein, aber ich möchte solchen Personen irgendwann nicht mehr durch die Geschichte folgen.

Fazit:

Ein spannender Roman und für alle Albae ein herrliches Lesevergnügen ohne Reue. Für Menschen oder andere mit Mitgefühl ausgestattete Wesen mag der hintere Teil des Buches etwas schwer verdaulich sein.