Flucht nach Faerie

Buch: Flucht nach Faerie
"Der Reiter schien ein sehr alter Mann zu sein. Seine Haut war tief zerfurcht, die Augen wirkten eingefallen und stumpf. Sein Haar war licht und grau, sein Fleisch mit Altersflecken übersät. Er trug einen schmutzig grauen Umhang und hatte sich eine Kapuze über den Kopf gezogen. An seiner Seite schimmerte ein Schwert, das mit sonderbaren Zeichen überzogen und in dessen Heft große Edelsteine eingesetzt waren."
Taschenbuch, 488 Seiten; erschienen Januar 2010 im Otherworld Verlag ; 14,95 Euro

Worum es geht

Flucht nach Faerie ist der Auftakt einer Triologie um den jungen Bäckerlehrling Alek Maurer. Dieser lebt in einem abgeschiedenen Dorf im Grünen, bis er eines Tages zufällig ein magisches Artefakt entdeckt, an dem auch der dunkle Hexer Salin Urdrokk sehr interessiert ist. Alek willigt ein, ihm den Anhänger auszuhändigen, aber nach einer misslungenen Übergabe muss er fliehen. Er begibt sich in Begleitung seiner alten Freundin Sarah und Kraig sowie des mysteriösen Einsiedlers Michael auf den Weg in den Norden, um das Artefakt in Sicherheit zu bringen. Etwas später schließt sich noch Lorn an, ein ehemaliger Krieger, der dem Alkohol zu stark zugeneigt ist.
Auf ihrem Weg müssen sie viele Gefahren meistern, entdecken aber auch, dass es Dinge in der Welt gibt, die sie nur aus Märchen kennen. Die Charaktere wachsen an ihren Aufgaben und Alek beginnt, zärtliche Gefühle für Sarah zu entwickeln.

Der Fantasybote meint

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Der Plot der Geschichte in Flucht nach Faerie ist nicht neu, erinnert in den Grundzügen sehr an den Herrn der Ringe. Dennoch entwickelt die Geschichte ihren eigenen Reiz und ist zudem unterhaltsam geschrieben.
Der Hauptprotagonist, Alek ist zu Beginn ein etwas fülliger Bäckersjunge, der mit der gefährlichen Situation, in die er gerät, alleine nicht klarkommt. Glücklicherweise findet er einige Gefährten, die ihm beistehen und er erhält die Gelegenheit sich zu beweisen.
Auch die Gefährten, wachsen einem schnell ans Herz, eigentlich sind sie fast alle eher Antihelden, die Geschehnisse aus ihrer Vergangenheit nicht verarbeitet haben. Gerade Michael und Lorn geben nur einige der Geheimnisse ihrer Geschichte preis, das wird sich hoffentlich in den weiteren Bänden weiter klären.
Etwas unrealistisch schien mir, dass die Helden selbst nach tagelanger Flucht und dramatischen Kämpfen sich erstaunlich schnell erholen und die nächsten Abenteuer angehen. Die Antagonisten sind zwar nachvollziehbar und gruselig beschrieben, jedoch etwas arg eindimensional geraten in ihren bösen Absichten und Aktionen.

Die Sprache passt zur Geschichte, zu Beginn blieb ich an einigen Formulierungen beim Lesen hängen, das nahm nach dem ersten Drittel aber ab und der Schreibstil wurde flüssiger.
Der Einband ist schön gestaltet und das Buch liegt gut in der Hand.
Die Welt ist von den Völkern her an Tolkien angelehnt, es gibt Elfen, Kobolde, Oger etc.. Aber das muss ja nicht schaden, wenn die Geschichte gut entworfen ist. Einige Fragen und Zusammenhänge bleiben offen, aber es gibt noch Potential, dass die Welt weiter ausgestaltet wird. Ich freue mich schon auf den zweiten Band "Verrat in Faerie".

Fazit:

Wer auf der Suche nach einem Roman mit vielen neuen Ansätzen und Ideen ist, und jedes Buch mit Robin Hobb, Tolkien oder George R.R. Martin vergleicht, wird der Geschichte nicht viel abgewinnen können. Wer jedoch unterhaltsame Stunden mit einer sympatischen Heldengruppe auf der Flucht durch magische Landen verbringen möchte, für den ist Flucht nach Faerie eine echte Empfehlung.