Die Insel der Stürme

Die namensgebende "Insel der Stürme" ist eine kleine, abgeschlossene Welt in der die Menschen in isolierten, befestigten Städten leben. Das Land ist karg und trocken, die Sommer heiß. Im Herz jeder Stadt liegt die heilige, lebensspendende Quelle, über der die Menschen gewaltige steinerne Wehrtürme errichten. Die Kultur ist archaisch, Eisen ist noch unbekannt und stattdessen werden Bronze und Kupfer verwendet. Der Bezugspunkt ist das unmittelbares Umfeld, die Familie, der Clan und die Stadt.

Das Setting ist eine angenehme Abwechslung vom Quasi-Fantasy-Standard eines pseudo-mittelalterlichen Nordeuropas und die Welt ist sehr lebendig und glaubhaft geschildert.

Als die Menschen einst auf die Insel kamen, war sie vom wilden Ziegenvolk der Nraurn bewohnt. Nach einem erbitterten Ringen wurden sie von den Menschen in die Einöde der Trockenen Hügel zurückgedrängt, wo sie seitdem ein nomadisches Dasein fristen. Erfüllt von Zorn über die fremden Eroberer verüben sie häufig Überfälle.

Nach einer Zeit des Friedens und Wohlstands, brach in der prächtigen Stadt Anaxi ein Bürgerkrieg zwischen den Menschen aus. Nach jahrelangen Kämpfen in den "Langen Kriegen" zog sich die eine Partei in den unwirtlichen Norden der Insel zurück. Ein giftiger Fluss, eine unüberwindliche Schlucht sowie das von Nraurn bewohnte Gebirgsland teilen den Norden der Insel von dem Süden. Seit Menschengedenken gibt es keinen Kontakt mehr, doch sowohl im Süden als auch im Norden sind die Menschen noch immer von Bitterkeit erfüllt.

Zu Beginn der Handlung spitzen sich die Konflikte zu. Im Norden greifen die Nraurn unter ihrer grausamen Feldherrin Quinda-Na immer wilder an. Und im Süden wird bei der Stadt Caláxi ein Mann aus dem Norden aufgegriffen, in seiner Begleitung ein Mädchens mit den türkisfarbenen Augen einer Göttin. Solch ein Kind - so die Prophezeiung - wird das Ende der Zeit bringen.

Der Zyklus ist auf drei Bände ausgelegt. Nach "Die Priesterin der Türme" (März 2006) folgt im April 2007 "Der Herr der Dunkelheit"; Das Finale, "Die Königin der Quelle" ist für 2008 angekündigt. Die Bücher bauen inhaltlich stark aufeinander auf, man liest sie also am Besten der Reihe nach.

Der Piper Verlag bringt die Erstausgabe im hübsch ausgestatteten Hardcover heraus - ein schöner Vertrauensbeweis für die noch wenig bekannte Autorin. Die Taschenbuchausgabe folgt mit ca. einem Jahr Verzögerung.



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