Mit seinen Romanen um "Die Zwerge" hat Markus Heitz den großen Durchbruch geschafft. Ausgaben in Großbritannien, Polen, Italien, Holland und der Tschechei sind erschienen oder geplant. Ende 2006 wurden sogar die Filmrechte verkauft.
Die drei bisher erschienen Bände wurden nicht als Zyklus geplant. Die Geschichten sind lose miteinander verbunden, aber es gibt keinen übergreifenden Handlungsbogen.
Die Vorgeschichte beginnt 2002 mit dem Roman "Die Orks" von Stan Nicholls. Das Buch verkauft sich gut und der Heyne-Verlag will diesen Erfolg mit weiteren Geschichten über "klassische" (also im "Herr der Ringe" vorkommende) Fantasy-Völker fortsetzen.
Markus Heitz erhält das Angebot eine solche Geschichte über ein Volk seiner Wahl zu schreiben. Zum Missvergnügen seines Verlags entscheidet er sich für die grantigen Zwerge mit all ihren Ecken und Kanten. Die ewig guten Elben sind ihm zu perfekt; mit den Zwergen kann er sich besser identifizieren. Ihn schmerzt die verzerrte öffentliche Wahrnehmung die durch den "Herr der Ringe"-Film geprägt ist. Hier wird der Zwerg Gimli zu häufig als reine Witzfigur dargestellt. Mit seinem Roman, schlicht "Die Zwerge" betitelt, will Markus Heitz seinen Hauptdarstellern ihre Würde zurück geben.
Das Vorhaben gelingt ihm über die Maßen gut. Die drei Bücher erzählen die Geschichte vom Zwerg Tungdil Goldhand und seiner Entwicklung zu einem der größten Helden des "Geborgenen Landes". Sie zeichnen sich durch spannende Action, gelungene Charakterisierung und witzige Dialoge aus.
Selbst dem Fantasy-Einsteiger kommt im Geborgenen Land vieles bekannt vor. Zwerge und Orks bekriegen einander, Elben und Zwerge können sich nicht leiden kämpfen aber zusammen gegen den gemeinsamen Feind. Der Autor läßt aber genug eigene, teils recht unkonventionelle Ideen in seine Schöpfung einfließen und es gelingt ihm meisterlich die Balance zwischen diesen beiden Polen zu bewahren. So findet sich der Fantasy-Neuling schnell zurecht und der erfahrene Fan wird immer wieder überrascht.
Im Laufe der Romane nehmen die eigenen Ideen zunehmend Raum ein. Sehr konservativen Lesern könnte das im dritten Band, "Der Rache der Zwerge" etwas verstören - treten hier doch bartlose Ninja-Zwerge und halb-mechanische Schreckensgestalten auf.
Das Missvergnügen des Verlags löste sich übrigens bald nach der Veröffentlichung auf. "Die Zwerge" werden ein echter Bestseller, heute sind weit über 100.000 Exemplare verkauft. 2004 belegte der Roman den zweiten Platz beim Deutschen Phantastik Preis in der Kategorie "Bester Roman National"
Die Gesetze des Erfolgs verlangten eine Fortsetzung und 2004 erscheint "Der Krieg der Zwerge". Der Zuspruch der Leser nimmt weiter zu also bekommen sie 2005 mit "Die Rache der Zwerge" den heiß ersehnten Nachschub. Dessen hohe Qualität wird mit der Wahl zum "Besten Roman Deutschsprachig" beim Deutschen Phantastik Preis 2005 belohnt. Die nächste Fortsetzung ist schon geplant.


